Schlechtes Betriebsklima treibt Arbeitnehmer in den Tod. Mobbing als Auslöser vieler Suizide in Deutschland
Viele Arbeitnehmer werden in der Zeit ihrer Tätigkeit gelegentlich zur Zielscheibe von Kollegen oder Führungskräften. Das ist stressig - aber vor allem macht es krank. Wenn solche Situationen lange genug anhalten, und intensiv sind, kann die Seele Schaden nehmen. Fachleute gehen davon aus, dass ca. 20 Prozent aller Suizide in Deutschland, also rund 30000 durch Mobbing verursacht werden. Aus dem deutschen Ärztetag kommt die Meldung, dass die Zahl der Mobbing- Opfer bei einer Million im Jahr liegen könnte. Den Sozialversicherungen entstehen hierdurch Schäden in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro.Menschen töten sich selbst. Einfach so? Das mag man nicht glauben. Viele Suizidenten leiden unter Depressionen. Diese psychische Erkrankung, oftmals verursacht durch Mobbing am Arbeitsplatz, verschafft den Betroffenen das Gefühl der Gefangenheit in der eigenen Psyche. Diese kämpfen verbissen gegen die alles lähmende Angstschübe, gegen eine angenommene und unbezwingbare Antriebsschwäche, und der alles umklammernden Furcht vor dem eigenen Versagen. Am Ende ergeben sich die Betroffenen der Macht des Unbewussten. Sie werden dieser schweren Erkrankung nicht mehr Herr und flüchten in den Tod.
Depressionen, ein in unserer westlichen Kultur weit verbreitetes Krankheitsbild, in der Öffentlichkeit nach wie vor mit dem Stempel des Wahnsinns versehen, und als Tabu - Thema heimlich und schwer leidend von Patienten mit sich getragen, weil die eigenen Scham und Angst vor der gesellschaftlichen Schelte, oder die Furcht vor dem Verlust der Arbeitsstelle verhindert, dass frühmöglichst Arzt und Therapeuten aufgesucht werden. Bekannte, Familienmitglieder und Arbeitskollegen reagieren meistens verunsichert und distanziert auf die schwere seelische Last des Kranken. Nach subjektivem Empfinden, und bei objektiver Betrachtung, könnte man meinen, dass Ängste in unserer Leistungsgesellschaft keinen Platz haben. Schwächen sind schlichtweg nicht vorgesehen.

