Simone Winneg koordiniert gemeinsam mit Dieter Schmidt den Einsatz der sechs medizinischen Kräfte. Foto: humedica/SRI
ERDBEBEN IN HAITI: humedica-Ärzteteam unterwegs in Katastrophengebiet
ARTIKEL A
Die Weiterreise ins Katastrophengebiet wurde bereits vom humedica-Hauptquartier
in Kaufbeuren organisiert. Per Email erreichten uns bereits erste
Rückmeldungen von Mitarbeitern befreundeter Organisationen in
Port-au-Prince, die das vermutete dramatische Ausmaß des Bebens
bestätigen.
Roberta Anderson von CSI Haiti etwa schrieb: "Wir
brauchen dringend Ärzte, die erfahren sind, um auch operative Eingriffe
vornehmen zu können. Uns fehlt es an allem, an den einfachsten Mitteln,
von Medikamenten ganz zu schweigen: Es gibt keine Schmerzmittel, keine
Betäubungsmittel. Langsam bekommen wir auch ein Problem bei der
Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser."
In der humedica-Hauptzentrale
wurden unterdessen bereits alle Vorbereitungen für ein drittes
Ärzteteam getroffen, das Deutschland spätestens am kommenden
Montagnachmittag verlassen wird. Darüber hinaus wurden weitere
Hilfsgüterlieferungen, insbesondere medizinischer Bedarf, auf den Weg
gebracht.
Leider können wir aufgrund unseres aktuellen Kenntnisstandes die
Aussagen zahlreicher Experten in den Medien nur unterstreichen, die für
Haiti eine Katastrophe mit apokalyptischem Ausmaß konstatieren. Bereits
vor dem verheerenden Erdbeben war es schwierig, überhaupt von einer
Infrastruktur in den unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen
Lebens zu sprechen. Heute sind die Menschen in Haiti gelähmt vor
Schock, Schmerz und Trauer.
Unsere Einsatzkräfte werden ihr Bestes geben, um nicht nur schnell im
Katastrophengebiet anzukommen, sondern dort auch konkret zu helfen. Wir
möchten alle Menschen herzlich bitten, uns im Rahmen ihrer
Möglichkeiten mit einer gezielten Spende zu unterstützen.
humedica e. V.
Stichwort „Erdbeben Haiti"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren
BITTE SPENDEN SIE AUCH ONLINE. Vielen Dank.
Foto: REUTERS/Eduardo Munoz
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ARTIKEL B
Das erste Lebenszeichen unserer Koordinatorin Simone Winneg
(Kaufbeuren) aus der Dominikanischen Republik ist positiv: Trotz
einiger organisatorischer Schwierigkeiten wurde dem Team eine
Einreisegenehmigung erteilt und auch die Abholung auf haitianischer
Seite ist bereits organisiert.
Simone Winneg schreibt: "Wir stehen an der Grenze zu
Haiti. Eine lange lange Reise liegt hinter uns. Am Zoll gab es bisher
keine Probleme, wir hoffen, das bleibt auch beim Grenzübertritt nach
Haiti so. Wenn das alles klappt, sind wir in etwa einer Stunde in
Port-au-Prince.
Es grenzt an ein Wunder, dass wir heute Nacht mit Greg Benson, unserem
Kontakt in Haiti, aufnehmen konnten und er an der haitianischen Grenze
ist, um ein Team ab zu laden. Bei dieser Gelegenheit werden wir an der
Grenze in sein größeres Fahrzeug umsteigen.
Hier in der Dominikanischen Republik waren wir vorhin noch einkaufen:
Essen und Wasser ist im Land Mangelware und keiner weiß, wie lange und
welche Nahrungsmittel noch zugänglich sind.
In Port-au-Prince werden wir in die Klinik unseres lokalen Partners
unsere Zelte (im wahrsten Sinne des Wortes) aufschlagen. Anscheinend
gibt es dort schon jede Menge Leute, die sich Hilfe suchend dorthin
gewandt haben, aber nun keine Medikamente und medizinische Betreuung
haben. Dort hoffen wir noch am heutigen Freitag vielen Patienten helfen
zu können.
Ihr humedica-Team Haiti"
