„Wir sind nicht wirklich begeistert“, sagt Monika Hermann,
Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Rems-Murr, über die seit 1.
Juli in Europa einheitliche Notrufnummer 112. Sie befürchtet, dass bei
Katastrophen oder auch schon bei extremen Wetterlagen die 112-Leitungen
zusammenbrechen könnten und die Notrufe nicht mehr in der
Rettungsleitstelle landen. Monika Hermann würde gern möglichst viel über
die 19222 abwickeln, nämlich das Tagesgeschäft jenseits von
Feueralarmen, Unfällen und Unglücken. Diese Servicenummer des
Rettungsdienstes ist seit 1. Juli auf Fahrzeugen nur noch mit dem Zusatz
„Krankentransporte“ zulässig.
Während die Rettungs- und Notarztwagen des Kreisverbandes allesamt auf die Nummer 112 umgestellt sind, taucht die 19222 nur noch auf Rotkreuzautos der Ortsvereine auf, sagt Monika Hermann. Diese Fahrzeuge werden auch nicht für die Notfallrettung eingesetzt, sondern beispielsweise bei Sanitätsdiensten auf Sportplätzen oder bei Festen. Diese Servicenummer 19222 kann in die Irre führen, bemängelt Jörn Fries, der ehemalige Geschäftsführer der Björn-Steiger-Stiftung in Winnenden und seit Januar Geschäftsführer im DRK-Kreisverband Oranienburg. Er kritisiert, dass die 19222 nur im Festnetz gilt. Wer sie aber mit dem Handy anwählt, benötigt eine Vorwahl, nämlich im Kreis die 0 71 51. „Die Servicenummer 19222 für Krankentransporte ohne die im Mobilfunknetz obligatorische Platzierung der Waiblinger Vorwahl finde ich verwirrend, um nicht zu sagen: ärgerlich“, schreibt Fries.
In 37 Ländern gilt bei Notruf die einheitliche Rufnummer
Hintergrund des 112/19222-Disputs ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1991 mit dem Ziel, eine in Europa einheitliche Notrufnummer 112 einzuführen. Der kostenlose Euro-Notruf gilt inzwischen in 37 Ländern. Selbst ohne SIM-Karte und ohne Guthaben können mit dem Handy die Polizei über die 110 oder die Feuerwehr und Rettungsdienste über die 112 alarmiert werden. Im März 2009 ist die Verordnung über Notrufverbindungen in Kraft getreten. Das baden-württembergische Sozialministerium hat die Rettungsdienste angewiesen, auf die europäische Notrufnummer umzustellen und die Rettungsfahrzeuge neu zu beschriften.
110 und 112
- Die 110 ist die Notrufnummer der Polizei.
- Die 112 ist die europaweit einheitliche, kostenlose Rufnummer bei Bränden, Katastrophen und Unfällen und auch per Handy problemlos zu wählen.
Quelle: Winnender Zeitung

